Geschrieben von supersushi am 27. November 2012 um 17:49 Uhr

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Die WWE ist nicht nur in den Vereinigten Staaten ein wahres Unterhaltungsphänomen. Weltweit werden Jung und Alt von den Akteuren im Ring unterhalten und das schon seit vielen Jahren. Bekannte Namen wie “The Rock” oder “Stone Cold Steve Austin”, die heutzutage jedem ein Begriff sind, finden ihre Wurzeln in der WWE. Genau auf solche Stars aus vergangenen Jahren setzt WWE13 im neu enthaltenen Attitude Era-Modus. Kombiniert mit den aktuellen Stars und Diven bietet der diesjährige Ableger eine interessante Mischung aus neu und alt. Ob es sich allerdings lohnt sich in den virtuellen Ring zu stürzen oder man doch lieber gemütlich den Profis im Fernsehen zuschauen sollte, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Die gute alte Zeit neu erleben

Im diesjährigen Ableger der Serie gibt es keinen klassischen Story-Modus mehr. In den Vorgängern gab es für gewöhnlich eine oder mehrere Storylines, die extra für die Videospielumsetzungen geschrieben wurden. In WWE13 gibt es solch einen Modus nur bedingt. Es gibt Match-Karten, bei denen Kämpfe vorgegeben sind. Diese kann man zwar nach Belieben verändern, simulieren oder selbst spielen, auf eine Geschichte dahinter wurde aber verzichtet. Das macht jetzt aber keinen wirklichen Unterschied, ob man das so spielt oder einfach nur im Exhibition-Modus eigene Matches auswählt.

Neu ist allerdings der Attitude Era Modus. Dieser erzählt die größten Momente der WWE-Historie nach. Sei es die Gründung der D-Generation-X oder der Aufstieg The Rocks. Die bedeutsamsten Matches aus den jeweiligen Szenarios können nachgespielt werden. Dabei ist es dem Spieler überlassen, ob er es genauso ausgehen lässt wie das in der Realität passiert ist, oder ein neues Ende findet. Allerdings müssen einige Matches absichtlich verloren werden z.B. um die Story weiter zu bringen. Wirkliche Entscheidungsgewalt hat man also nicht. Die Bonusziele machen diese Matches noch ein wenig interessanter. So bekommt man beispielsweise vorgegeben, dass man ein Match durch Submission anstatt durch einen Pin gewinnen muss, da es in der Realität auch so passiert ist. Durch erfüllen dieser Missionen kann man viele zusätzliche Inhalte freischalten.

Es muss aber dazu gesagt werden, dass dieser Modus eigentlich nur für Spieler einen wirklichen Anreiz bietet, die zu der Zeit schon WWE-Fans waren. Wenn man damals bei Kämpfen von The Rock mitgefiebert hat, macht es durchaus Spaß, diese Kämpfe nach zu erleben. Da kommt schon eine gewisse Nostalgie auf. Für Fans des aktuellen Rosters rund um John Cena dürfte es allerdings nicht so spannend sein, mit Shawn Michaels gegen British Bulldog anzutreten, da man nichts mit diesen Kämpfen verbindet.

 

Kämpfen auf Kindergartenniveau

Man kennt es aus den meisten Spielen, beendet es einmal und stürzt sich dann ins Geschehen: das Tutorial. So kommt es einem auch vor, wenn man WWE13 zum ersten Mal startet. Sobald man einen Kampf gestartet hat, vollkommen egal ob Attitude Era, Exhibition oder sonst ein Modus, man bekommt gezeigt, was man drücken muss. Das Problem an der Sache ist, die Anzeige geht nicht mehr weg, egal wie viele Kämpfe man absolviert hat.

Immer, wenn der Gegner einen Angriff oder eine Greifattacke startet, wird über dem Kopf des Spielers die R2-Taste angezeigt, damit man weiß, wann man sie zum Kontern drücken muss. Wenn man die Taste zu früh oder zu spät drückt bekommt man das auch noch mal extra angezeigt. Selbiges gilt, wenn man in die Nähe seines Tag-Partners kommt.

An sich ist das zwar ganz nett, aber irgendwann nervt es. Man hat verstanden, wie das Kontern funktioniert und muss das nicht ständig angezeigt bekommen. Durch die Anzeige wird fast jeder Griff oder Schlag gekontert. Darauf hoffen, dass der Gegner es mal vergisst und man eine schöne Schlagserie ansetzen kann, braucht man also eher weniger.

 

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Time to play the game

Jedem waschechten WWE-Fan dürfte dieser Satz sofort ein Begriff sein. Sobald er über die Lautsprecher ertönt weiß jeder, dass man eine Menge geboten bekommt. Für alle Nichtkenner: dies ist die Einlaufmusik von Triple H, einem durchaus bekannten Gesicht in der WWE. Die Erwartungshaltung, dass man eine Menge geboten bekommt, lässt sich auch auf das Spiel umsetzen.

Der Umfang, den das Spiel mit sich bringt, ist schon beachtlich. Zwar noch nicht zu Beginn des Spiels, es gibt aber jede Menge Inhalte zum Freischalten. Von Arenen, über Champion-Gürtel bis hin zu neuen Wrestlern und alternativen Outfits ist praktisch alles dabei. So kann man nach ein bisschen investierter Spielzeit beispielsweise mit Triple H gegen sein jüngeres Ich Hunter Hearst Helmsley antreten, und das macht schon ziemlich Laune. Durch die Massen an freischaltbaren Objekten ist wirklich eine Langzeitmotivation gegeben. Es wird schon eine Zeit dauern, bis man die Seitenweise auftretenden ?-Kästchen mit Bildern gefüllt hat.

Was den Spieler ebenfalls bei Laune hält ist die Menümusik. Sofern man auf etwas rockigere Musik steht, wird man auch vom diesjährigen Ableger nicht enttäuscht. Die stimmigen Rock-Songs gemischt mit der Einlaufmusik einiger Athleten ergeben eine gute Mischung. Da kann es durchaus passieren, dass man das Spiel einfach nur startet um die Musik zu hören.

 

Don’t try this at home

Auch dieser Satz ist Programm, wenn es um die WWE geht. Es dürfte sich bestimmt jeder schon mal überlegt haben, wie es sein muss, selbst im Ring zu stehen, nachdem man Wrestling im TV geschaut hat. WWE13 gibt dem Spieler schon recht gut die Möglichkeit, dies ein Stück weit nach zu erleben. Die Grafik des Spiels hilft da allerdings nicht wirklich mit. Wenn man es mit dem Playstation 2-Ableger WWE 2007 vergleicht fällt einem kein großer Unterschied auf. Das Aussehen der Wrestler ist bei der aktuellen Konsolengeneration weit hinter den Möglichkeiten. Besonders die Haare sind stellenweise grausam.

Aber es kommt vorrangig ohnehin auf die Spielphysik an, nicht auf das Aussehen. Und die funktioniert richtig gut. Die Aktionen sehen realistisch aus und lassen den Spieler durchaus mitfiebern, wenn man den Gegner beispielsweise durch einen Kommentatorentisch wirft. Interessant ist auch die Kameraführung. Wenn man bestimmte Aktionen ausführt schwenkt die Kamera in eine andere Perspektive und gibt dem Spieler einen besseren Blick. Dabei wirkt es keinesfalls störend, sondern ist gut gelungen.

Die Auswahlmöglichkeiten der Kampfarten bieten ebenfalls alles, was man aus dem Fernsehen kennt. Ob klassische Matches wie Fatal 4 Way oder die etwas extravaganteren wie Hell in a Cell, da dürfte für jeden WWE-Fan etwas dabei sein. Nur das gute alte Bra & Panties-Match ist leider wieder nicht vertreten. Aber über das Fehlen dieses nicht ganz ernstzunehmenden Matches kann man(n) auch hinweg sehen.

 

Das ganze WWE-Universum zu Hause erleben

Wenn man mal die ganzen Show-Aspekte ausklammert ist die WWE vom Prinzip her immer noch eine Sportart. Und was bei einer ordentlichen Videospielversion einer Sportart nicht fehlen darf ist der Online-Modus. Also ist auch im diesjährigen Ableger der Serie wieder einer dabei. Dieser bietet die Möglichkeit gegen Spieler aus der ganzen Welt in allen möglichen Matcharten anzutreten und selbst erstellte Inhalte zu teilen.

Klingt erstmal nicht schlecht. In der Realität sieht das aber leider anders aus, zumindest was die Kämpfe angeht. Leider kommt es häufig zu Spielabbrüchen oder fiesen Rucklern, die den Spielspaß dann doch massiv einschränken. Dazu kommen Probleme mit der Rangliste, bei denen mal eben so die Platzierung gelöscht werden kann.

Loben muss man hingegen die Möglichkeit, selbst kreierte Inhalte untereinander zu teilen. Hierbei ist es egal, ob es sich dabei um Kämpfer, Logos oder Arenen handelt. Dieses System funktioniert einwandfrei. Wenn man etwas gefunden hat, das man gut findet, lädt man es sich einfach runter und gibt bestenfalls noch eine Bewertung mit dazugehörigem Kommentar ab. Es kommt richtig Freude auf, wenn man sich die mit Mühe erstellten Kämpfer runterladen und selbst ausprobieren kann. Seien es nun reale, nicht im Spiel vorhandene Stars wie Batista oder fiktive Charaktere wie der Dark Knight oder Spider-Man. Sofern man ausreichend Fantasie hat, kann man mit dem Editor eine Menge Zeit verbringen und teilweise echt geniale Werke hervorbringen.

 

Fazit

WWE13 ist ein ordentliches Wrestling-Spiel. Die Sachen, die man aus dem Fernsehen kennt, sind gut umgesetzt worden. Das große Roster und die Vielfalt an Matcharten machen das Spiel durchaus abwechslungsreich. Dazu kommt, dass die Spielphysik gut funktioniert und man hat immer das Gefühl wirklich die Kontrolle über den Kämpfer zu haben.

Der Attitude Era Modus ist eine gute Idee, um mal ein wenig frischen Wind in die Serie zu bringen. Dazu muss aber wirklich gesagt werden, dass er nur etwas für Fans der ersten Stunde ist. Die jüngeren John Cena Fans dürften damit nicht so viel anfangen können, da wäre ein Storymodus wie er in den bisherigen Ablegern zu finden war gut gewesen. Wenn man es nüchtern sieht hat sich bis auf Kleinigkeiten nicht viel zu den Vorgängern verändert. Selbst die Grafik wirkt ein wenig veraltet. Dazu kommen die Mängel im Online-Modus. Man sollte kein umwerfendes Sportspiel erwarten, dass das Wrestling-Genre auf der PlayStation 3 neu definiert. Aber es kann einen dennoch mehrere Stunden vor dem Fernseher festhalten, selbst wenn man die Zeit nur im Editor verbringt und eigenen Kämpfer erstellt und mit anderen teilt.

 

7/10

         

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