Geschrieben von supersushi am 3. November 2012 um 15:24 Uhr

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Die Dead or Alive-Reihe dürfte mittlerweile so ziemlich jedem Videospielfan ein Begriff sein. Dead or Alive 5 knüpft storytechnisch an die Geschehnisse aus dem vierten Teil an. Nachdem der Hauptsitz von DOATEC durch den Angriff der Ninja zerstört wurde, hat Helena die Leitung des Unternehmens übernommen. Um den Ruf der Firma wiederherzustellen, veranstaltet sie das nächste Dead or Alive-Turnier. Jeder Teilnehmer des Turniers hat seine ganz eigenen Beweggründe, um am Turnier teilzunehmen. Auf jeden Fall verspricht es eine Menge Action mit vielen Bekannten und einigen neuen Gesichtern in der Geschichte von Dead or Alive. Die Outfits werden knapper und das Adrenalin im Kampf steigt. Ob es sich allerdings lohnt, nicht nur die Wallpaper der weiblichen Charaktere zu bewundern, sondern auch das Spiel zu spielen, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Was genau passiert hier eigentlich??

Genau diese Frage dürfte sich jeder stellen, der den Storymodus angefangen hat. Gerade zu Beginn ist dieser extrem verwirrend. Man kämpft mit den Charakteren an den unterschiedlichsten Schauplätzen überall auf der Erde. Im einen Moment kämpft man im tiefsten Dschungel, im nächsten in der Antarktis, dann wieder auf einer Ölplattform. Da dauerts schon seine Zeit bis man sich zurecht gefunden hat und der Storyline folgen kann. Wenn man sich aber erst mal zurecht gefunden hat und ein wenig Zeit investiert hat, macht der Modus richtig Spaß. Und man ist ziemlich lange damit beschäftigt, denn der Storymodus hat um die 70 Kapitel.

Gerade dieses Wirrwarr macht den Modus so unterhaltsam. Man weiß nie, was einem nach dem nächsten Kampf erwartet und wo man antreten muss. Die lustigen Zwischensequenzen, die absolut gar nichts mit der Story zu tun haben, setzen dem ganzen noch das i-Tüpfelchen auf. Wenn man beispielsweise einen Tag-Kampf im Boxring gegen einen Betrunken hinter sich hat, die Kämpferin dann duschen geht und man alles aus der Perspektive einer versteckten Handkamera sieht, denkt man sich auch nur “Was genau geht hier eigentlich ab?”. Wie gesagt, diese witzigen Stellen machen den Modus gleich noch interessanter. Und wer muss nicht schmunzeln, wenn man zwischen den Kämpfen eine Unterhaltung von einem Jungen mit einer gerade obenrum leicht bekleideten Bardame gezeigt bekommt, in der der Junge beschließt sich eine Milch zu bestellen, nachdem er die Bardame ziemlich genau studiert hat?

Zu Beginn werden dem Spieler in jedem Kampf Stück für Stück die Steuerung und die Techniken beigebracht. Zusätzlich gibt es Bonusziele, die verschiedene Spielinhalte freischalten. Außerdem muss man ganz altmodisch noch einige Charaktere freischalten, bevor man sie im freien Spiel auswählen kann. Alles in allem kann sich der Storymodus durchaus sehen lassen und viele Genre-Kollegen sollten sich eine Scheibe bei Dead or Alive 5 abschneiden.

 

Ziemlich hübsch anzusehen

Tja, was kann damit wohl gemeint sein? Wenn der Name “Dead or Alive” fällt, ist das erste, woran man(n) denkt ganz klar das Charakterdesign der weiblichen Protagonistinnen. Im Vorgänger konnte man durch die Eingabe seines Alters sogar einstellen wie extrem die “Brust-Wackel-Engine” ihrer Arbeit nachgehen soll. Auch im neuesten Ableger wurde viel Wert auf diese Engine gelegt. Allerdings ist Team Ninja dieses Mal im realistischen Rahmen geblieben. Die Animationen sehen gut aus und man(n) hat trotzdem seinen Spaß.

Aber nicht nur die Oberweite der weiblichen Kämpfer ist gut gelungen. Die Charaktere sehen durchweg alle ziemlich gut aus. Die Gesichtsausdrücke, die Bewegungen, einfach alles sieht klasse aus. Vorallem grafisch kann man den Entwicklern also nur ein großes Lob aussprechen. Die Kämpfer schwitzen sogar deutlich sichtbar. Ebenfalls wirklich genial ist das Verhalten der Kleidung. Nach den Kämpfen sieht man deutlich die Spuren des Kampfes. Die Shirts sind dreckig oder sogar durchgeschwitzt. Diese Effekte sehen wirklich gut aus und keineswegs einfach so dahingeklatscht.

Die wirklich lobenswerte Grafik des Spiels dürfte vorallem Männer dazu anreizen, sich das Spiel zu kaufen. Man erwischt sich wirklich irgendwann dabei, dass man gar nicht kämpft, sondern im Charakterauswahlbildschirm festhängt. Auch das Verlieren im Arcade-Modus war noch nie so schön. Die Kämpferin sackt auf die Knie und lässt die Oberweite solange auf und ab wippen, bis der Spieler eine Taste drückt.

 

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Achtet auf die Umwelt

Nicht nur die Charaktere sehen ziemlich gut aus. Das Leveldesign muss sich keinesfalls hinter Genre-Kollegen verstecken, im Gegenteil. Die Stages sind so abwechslungsreich, dass wirklich keine der anderen auch nur ähnelt. Egal ob in der Antarktis, auf einem Parktplatz, in einem Dojo, es ist wirklich alles dabei. Die Level sehen aber nicht nur hübsch aus, man kann sie durchaus sinnvoll im Kampf verwenden. In jeder Stage gibt es unterschiedliche Aktionen, die ausgeführt werden können. So kann im Dojo der Gegner beispielsweise durch die Wand befördert werden, durch die er dann über eine Treppe äußerst unsanft in die darunterliegende Etage befördert wird. Hier geht der Kampf dann weiter und man muss sich auf ein fast komplett neues Level einstellen.

In zwei der Levels gibt es sogar ganz besondere Arten der Interaktionen. Sollte der Gegner über den Abgrund befördert werden, so hält er sich vorerst fest. Beide Spieler haben dann verschiedene Optionen: Angreifen, blocken oder einen Wurf ansetzen. Entweder rettet sich der am Abgrund hängende dann oder beide gelangen auf die nächste Ebene der Stage. Die Entwickler haben sich also nicht nur auf hübsche Details im Hintergrund beschränkt, sondern die Levels wirklich aktiv mit eingebunden. Klasse, weiter so!

 

Realistisch kann auch ganz schön sein

Die Dead or Alive-Reihe zeichnete sich schon immer durch das etwas realistischere Kampfverhalten als beispielsweise Tekken aus. Alles wirkt hier ein wenig langsamer und träger im direkten Vergleich zum Konkurrenten. Die bunten Effekte bei einem erfolgreichen Treffer sind bei Dead or Alive ohnehin weniger und können über das Startmenü sogar komplett deaktiviert werden.

Aber nur weil es optisch ein wenig lahmer aussieht, muss das noch lange nichts heißen. Wenn man es ein wenig raus hat, kann man ziemlich gut kontern. Der Schlag des Gegners wird direkt abgefangen und in eine eigene Aktion eingebaut. Seinen Gegner zu beobachten ist also ein wichtiger Faktor im Kampf. Dadurch wirken die Kämpfe einfach flüssiger als beim Konkurrenten von Namco. Dort ist es meistens so, dass man einen Angriff abwehrt und dann seinen eigenen startet. Bei Dead or Alive 5 greift es mit den Kontern einfach besser ineinander.

Man sollte sich erst ein wenig mit dem Kampfsystem vertraut machen und den Anfang des Storymodus spielen, um die wichtigsten Grundlagen zu erlernen. Die KI in den normalen Kämpfen und im Arcade-Modus ist zwar nicht unbesiegbar, aber durchaus fordernd. Ebenfalls erwähnenswert sind die sogenannten “Power Blows”. Wenn die Lebensanzeige des Spielers weit genug gesunken ist, können diese äußerst effektiven Angriffe genutzt werden. Sollte der Angriff nicht geblockt werden, teilt er jede Menge Schaden aus und kann ebenfalls in Kombination mit der Umgebung genutzt werden. Das funktioniert gut und lässt fast verloren geglaubte Kämpfe noch mal wieder spannend werden.

 

Abwechslung sieht anders aus

Wenn man Dead or Alive 5 nicht nur als interaktives Wallpaper für die PS3, sondern auch als eigentliches Beat ‘em Up spielen möchte, kann einem leider schnell die Luft ausgehen. Der Storymodus ist zwar herrlich abgedreht und macht eine Menge Spaß, motiviert aber auch nicht zum wiederholten durchspielen. Dann bleiben leider nicht mehr viele Modi, die den Spieler fesseln könnten. VS-, Arcade-, Beat ‘em Up Alltag hier, schon seit Jahren bekannter Modus dort.

Am meisten Spaß machen die Kämpfe wirklich gegen einen Kumpel. Man schnappt sich ein zweites Pad, jeder eine leicht bekleidete Kämpferin und ab dafür. Aber für einen Einzelspieler fehlt die Langzeitmotivation. Der Online-Modus läuft zwar auch flüssig, bietet aber auch nur die Standardkost. Zusätzlich kommt das kleine aber lästige Übel Online-Pass.

Ganz nett hingegen ist die Tatsache, dass die Kämpfe im Tag-Modus einen kleinen aber durchaus guten Vorteil im Gegensatz zum Konkurrenten Tekken Tag Tournament 2 aufweisen. So ist der Kampf bei Dead or Alive nicht vorbei, sobald einer der beiden Kämpfer geschlagen wurde. Wenn einer fällt, muss der zweite mit der verbleibenden Energie es mit beiden Feinden aufnehmen.

 

Fazit

Dead or Alive 5 ist ein wirklich gutes Beat ‘em Up. Die Grafik ist wirklich lobenswert, gerade Effekte wie der Schweiß, der den Kämpfern übers Gesicht perlt, sehen klasse aus. Das Kampfsystem ist gut durchdacht und wirkt gerade durch die guten Konter realistisch.

Einziger Wermutstropfen ist der fehlende Umfang des Spiels. Die Charaktere sehen zwar gut aus, leider gibt es von ihnen aber nicht so viele. Dead or Alive 5 kann leider nicht mal halb so viele Kämpfer aufweisen wie Tekken Tag Tournament 2. Der Storymodus macht riesen Spaß, ist aber auch das einzige Highlight des Spiels.

Letztendlich vermittelt das Spiel aber einen durchweg positiven Eindruck. Die Grafik ist klasse und die vielen Interaktionsmöglichkeiten in den Stages sorgen dafür, dass jeder Kampf einen riesen Spaß macht. Es wird aber auch deutlich (gerade durch die Outfits der weiblichen Kämpfer), dass es eher ein Beat ‘em Up für Männer ist. Da kann es schon mal böse Blicke geben, wenn die Freundin sieht was man da eigentlich spielt.

 

9/10

         

Kommentare (2)
  1. Klasse statt Masse, lieber supersushi! Mehr Charaktere bedeutet auch mehr austauschbare Kämpfer! Bei Tekken gibt es viele Charaktere, die sich sehr ähneln. Abgesehen davon bedeuten mehr Kämpfer auch mehr Movesets zum Lernen und Antistrats entwickeln. Mehr als zwei oder drei Charaktere kann man auf hohem Niveau nicht beherrschen, weil der Aufwand viel zu hoch ist.

    Erwähnenswert wäre hier auch noch die instabile Framrate, die teils mächtig in den Keller geht. Warum hast du das nicht erwähnt?

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  2. Naja Graphik kann es leider bei weitem nicht mit Tekken Tag Tournament 2 mithalten. Aber die Figuren sehen sehr sympathisch aus :)

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