Geschrieben von Realmatze am 3. April 2012 um 11:30 Uhr

Viele Fun-Racer versuchten in der Vergangenheit den Mann mit der Roten Mütze und dem Schnurrbart vom Racing-Thron zu werfen doch kaum eine schaffte es auch nur annähernd in seine Nähe oder sich auch nur im Entferntesten in der Spielegemeinschaft zu etablieren. ModNation Racers für die PlayStation 3 versuchte damals mit eigenem Fahrer, Fahrzeug und Streckeneditor zu punkten – mit Erfolg. Diese Freiheit sprach damals viele kreative Köpfe an und bald erschien auch ein Ableger für die PSP. Die Online Lobbys waren jedoch kaum ausgelastet und im Vergleich zur PlayStation 3 wirkte das ganze doch etwas abgespeckt. Nun schickt Sony die Fahrer und kreativen Menschen erneut ins Rennen mit ModNation Racers: Road Trip, dieses Mal auf der brandneuen PlayStation Vita. Ob es mit seinem großen Vorbild mithalten kann oder ob es sich nur um eine leicht angepasste Version der anderen Spiele handelt erfahrt ihr in unserem Test.

ModNation_Racers_Road_Trip_Banner

 


Da schaut der Klempner in die Röhre

Die Charakterauswahl in ModNation Racers: Road Trip ist im Gegensatz zu Genrevertretern enorm. Es stehen unendlich viele Figuren zur Auswahl. Ermöglicht wird dies durch einen eigenen Charaktereditor und Fahrzeugeditor. Am Anfang steht dem spieler bereits eine große Auswahl an Objekten und Dekor zur Verfügung, die im Laufe des Spiels stetig erweitert wird. Die Vorteile der Funktionen der PlayStation Vita kommen bereits hier zur Geltung, so lassen sich Sticker genau platzieren und durch Ziehen vergrößern und verkleinern.  

Wer selbst nicht kreativ genug ist, kann sich auch Online Fahrer, Karts und Strecken herunterladen und nutzten – völlig kostenlos. Von diversen Eigenkreationen bis hin zu Nachbauten bekannter Figuren und Fahrzeugen ist alles dabei. Und das Beste, sogar die Kreationen der PlayStation 3 Version sind komplett kompatibel. Die Suchfunktion ist hierbei recht ausführlich und hilfreich. Beispielsweise kann man nach den beliebtesten Kreationen suchen, nach den erfolgreichsten Kreatoren oder ganz einfach über Texteingabe. Zusätzlich kann man getrennt nach PlayStation 3 oder PlayStation Vita Kreationen suchen.  

Man kann es als Vorteil, oder als Nachteil sehen, aber somit unterscheiden sich die Figuren im Fahrverhalten auch nicht. Einerseits ist es schön, dass man so mit seine Lieblingsfigur immer nehmen kann und nicht durch das Fahrverhalten benachteiligt wird, andererseits geht so ein Teil der Individualität verloren. Ein Truck hat somit das Selbe Fahrverhalten wie ein Rennwagen, was einigen sauer aufstoßen könnte. Letztendlich geht es jedoch um den Spaß und der ist gewährleistet, wenn alle die gleichen Chancen haben.

 

Streckenaufbau deluxe

Ein stets beliebtes Feature der ModNation Racers Reihe war der Streckeneditor und dieser ist natürlich auch wieder in ModNation Racers: Road Trip enthalten. Besonders die speziellen Funktionen der PlayStation Vita erweisen hierbei äußerst nützlich. Mit dem Touchscreen kann man innerhalb von Sekunden eine Strecke zeichnen. Danach kann man diese entweder automatisch aufbauen lassen, oder man lässt der eigenen Kreativität freien Lauf. Erneut kann man über den Touchscreen dem Gelände Dekorationen hinzufügen wie Bäume, Häuser, Tiere und auch Fallen und Waffen. Über den Rear Touch kann man zusätzlich das Gelände bearbeiten und Berge in die Höhe schießen lassen.

Wer jedoch mit der Steuerung der anderen Spiele im Hinblick auf den Streckenbau vertraut ist und nicht darauf verzichten mag der sei beruhigt, man kann auch auf herkömmliche Art und Weise das Gelände bearbeiten und mit einem Planierfahrzeug die Strecke teeren. Natürlich ist es auch möglich Strecken aus dem Internet herunterzuladen und seine eigenen der Welt zur Verfügung zu stellen. Auch hier sind die PlayStation 3 Kreationen kompatibel und somit sind bereits eine ganze Menge Strecken vorhanden die darauf warten befahren zu werden. Somit stehen selbst nach beenden des Spiels noch eine ganze Menge verschiedener Strecken zur Verfügung die den Spieler noch eine Weile auf Trab halten können.

 

Willkommen in der neuen Handheldgeneration

Verglichen mit den alten Spielen hat sich ModNation Racers: RoadTrip ein wenig verändert. Abgesehen von den neuen Features im Kreationsmenü hat sich auch in punkto Fahrverhalten einiges getan. Die Steuerung ist eingängiger und wurde so verbessert, dass es sich leichter steuern lässt. Man hat nun noch bessere Kontrolle über sein Kart, selbst das driften geht nun viel leichter von der Hand. Die Tastenbelegung hat sich im Vergleich zur PlayStation 3 Version verändert, doch ist die neue Belegung schnell eingeprägt und kommt mit der Zeit ganz automatisch. Besonders bemerkbar macht sich das beim Lenken. Da die PlayStation Vita über einen waschechten Analogstick verfügt kann der Spieler viel feinfühliger in die Kurven gehen und was mit dem Circle Pad der PlayStation Portable noch etwas fummelig war geht nun ganz geschmeidig.

 

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Taktik+Waffen=BOOM

Die Waffenauswahl in ModNation Racers: Road Trip ist nicht sehr groß gehalten, aber dennoch abwechslungsreich. Von Turboboosts über Blitze bis hin zu Verfolgungsraketen sind diverse Items verfügbar. Damit aber nicht genug, jede einzelne Waffe lässt sich noch zweimal steigern. Aus einem Turboboost lässt sich so ein Teleporter machen und aus einer einzelnen kleinen roten Rakete lässt sich eine unzählbare Anzahl an Fluggeschossen machen, welche das Feld vor dem Fahrer übersät und somit einmal ordentlich aufräumt.

Damit man auch vorher planen kann was man einsetzen möchte, sind die Waffenkisten farbig markiert. So sieht man vorher ganz genau was man einsammelt und kann sich darauf einstellen. Nun muss man nur noch die richtige Kiste erwischen, was sich manchmal als schwierig erweisen kann. Manche sind an Orten gelegen, für die man auch etwas tun muss wie Umwege fahren, ein Turbofeld auslassen oder einen komplizierten Sprung meistern, weshalb man sich genau überlegen sollte ob es das Wert ist oder nicht.

 

Nochmehr Taktik, bitte!

Neben den Waffen gibt es noch einige andere Dinge, die Taktik ins Geschehen bringen und diese gehen über den obligatorischen Turbostart hinaus. Zum einen gibt es auf der Strecke verteilte Turbofelder in 2 verschiedenen Arten. Während die eine den Spieler beim Überfahren in Richtung des Fahrers beschleunigt, beschleunigt das andere in die Richtung in welche das Feld deutet. Außerdem gibt es orangefarbene Flächen, welche die Turboleiste füllt.

Turboleiste ist das Stichwort. Bekannt aus den anderen ModNation Racers Spielen ist auch diese wieder vorhanden. Man füllt sie, indem man um die Kurven driftet, Stunts bei Sprüngen ausführt oder über die Felder fährt. Nutzen kann man diese um, wie der Name schon sagt, einen Turbo auszuführen. Die andere Möglichkeit ist es einen Schild zu Aktivieren welcher Angriffe abwehrt. Somit ist es dem Spieler selbst überlassen zu entscheiden, ob er lieber schnell oder auf Nummer sicher fahren will. Somit ist man theoretisch immer vor Treffern geschützt und es ist die Schuld des Spielers wenn man getroffen wird.

Dann wären da noch die Roboter und Fallen die auf der Strecke verteilt sind. Die können dem Spieler das Leben zur Hölle machen, oder auch zum Vorteil gereichen. In ModNation Racers: Road Trip ist es möglich den Gegner anzurempeln und so in Objekte zu stoßen, die diesen ausbremsen oder aufhalten. Oder man schubst ihn ganz einfach eine Klippe hinunter. Man sollte jedoch ganz vorsichtig sein, nicht dass man den Gegner verfehlt und sich versehentlich selbst auf den Leim geht.

 

Der ewig währende Kampf Mann gegen Mann

Seit dem ersten Spiel verfügt ModNation Racers über einen Multiplayermodus, in welchem die Spieler ihr Können unter Beweis stellen und sich miteinander messen können. In der PlayStation 3 Version gab es einen Offline Splitscreen und einen Online Modus. Auf der PSP konnten sich die Spieler Online und Ad-hoc messen. Und auf der Vita? Einen Ad-hoc Modus gibt es noch immer. So können Freunde miteinander spielen, sofern sie beide eine Vita und das Spiel besitzen und nicht weit voneinander sitzen.

Einen Online Modus gibt es jedoch leider nicht. Die Online-Funktionen beschränken sich lediglich auf den Up- und Download von Userkreationen. Mit entfernten Freunden oder Fremden messen kann man sich nur, indem man sich ihren Geist herunterlädt. So kann man gegen die Bestzeiten anderer Spieler antreten und versuchen diese zu schlagen, doch vermittelt dies nicht das Selbe Gefühl weshalb man meistens nur gegen die KI antritt

 

Fazit

ModNation Racers: Road Trip macht vieles richtig und ist als eine Verbesserung gegenüber seiner Vorgänger anzusehen. Taktisch sind einige praktische Komponenten hinzugekommen und auch die Steuerung geht einfacher von der Hand. Auch die Gegner KI ist nicht zu unterschätzen und mit Voranschreiten der Rennkarriere werden sowohl die Strecken komplizierter, als auch die Gegner aggressiver. Dennoch wird es nicht frustrierend und weitere Herausforderungen spornen den Spieler an, dranzubleiben. Auch der Streckenbau kann den Spieler noch einige Stunden an das Spiel fesseln.

Leider fehlt es dem Spiel aber an einem Online Modus. Dieser Aspekt nimmt dem Spiel einen großen und wichtigen Teil und eine Menge Spielspaß. Vor allem da das Spiel ansonsten alles andere richtig macht. Dennoch muss man jedes Mal, wenn man die Online Lobby betritt aufs Neue die Onlinebedingungen bestätigen und die Ladezeiten innerhalb des Spiels sind zwar deutlich schneller, aber noch immer unglaublich lang. Trotzallem macht es Spaß zu spielen und wer einen Freund mit einer PS Vita und ModNation Racers: Road Trip hat und selbst Spaß an Arcade Action Racern hat, sollte hier definitiv zuschlagen.

 

8/10

         

Kommentare (5)
  1. Guter Test, hört sich ja alles ziemlich positiv an, abgesehen von dem fehlendem Onlinemodus.

    Einen kleinen Fehler habe ich entdeckt: “ModNation Racers für die PlayStation 3 konnte damals mit eigenem Fahrer, Fahrzeug und Streckeneditor zu punkten – mit Erfolg.” da fehlt wohl ein “versuchte”, o.ä ;)

  2. Der Satz müsste auch noch mal überarbeitet werden:

    Dennoch muss man jedes Mal wenn man die Online Lobby betritt muss man außerdem aufs Neue die Onlinebedingungen bestätigen und die Ladezeiten innerhalb des Spiels sind zwar deutlich schneller, aber noch immer unglaublich lang

    Und ich verstehe nicht warum man Onlinebedingungen bestätigen muss wenn es keinen Onlinemodus gibt?