Geschrieben von ocame am 23. März 2012 um 08:00 Uhr

Ihr spielt Belzebub, den ehemaligen Herrscher der Unterwelt, welcher von anderen bösartigen Dämonen entthront wurde. Nun ist die Zeit gekommen euch zu rächen und all diejenigen dafür bezahlen zu lassen, die sich gegen euch gestellt haben. Da ihr es in eurer momentanen Gestalt nicht mit euren Gegnern aufnehmen könnt, übernehmt iht mit euren verbliebenen Kräften die Kontrolle über eine Horde wankelmütiger Goblins und lässt diese für euch kämpfen. Ob das Heer an kleine nimmersatte Goblins wirklich ausreicht um erneut die Herrschaft an euch zu reißen, oder ob ihr endgültig Geschichte seid, erfahrt ihr in unserem Test zu Army Corps of Hell.

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Hört man in der Hölle Metall-Musik?

Das Phänomen der Musik in Army Corps of Hell ist irgendwie unerklärlich: Die Musik passt so perfekt in das Spiel, dass man wohl niemals die Lautstärke verringert, oder gar die Musik komplett ausschaltet. Zugegeben, Metall-Musik ist nicht jedermanns Sache, aber was bitte erwartet man sonst in der Hölle? Dabei werden verschiedene Genres des Metalls angeboten, welche man beliebig wechseln kann, indem man den Mantel des Protagonisten – also von Belzebub – wechselt. Neue Mäntel erhaltet ihr beispielsweise von euren Lakaien, als Zeichen ihrer Anerkennung. Zusätzliche Mäntel können auch via Code, welche es auf verschiedene Band-Websites gibt, freigeschaltet werden. Nur selten erweckt die Hintergrundmusik soviel Aufmerksamkeit wie in Army Corps of Hell und wird dem ein oder anderen sicherlich einige Ohrwürmer bescheren. 

 

Da wird einem warm ums Herz

Im Spiel werden die kleinen Goblins oftmals als Lakaien bezeichnet und im Endeffekt sind sie es auch. Durch ihre Dummheit, durch Übereifer und durch witzige Geräusche die sie von sich geben, wenn sie von einem Gegner getroffen wurden, werden sie dem Spieler im Verlauf der Spiels überaus sympathisch. Mit der Zeit erhält man nach und nach auch kleine Geschenke von ihnen, welche dem Herrscher als Zeichen ihrer Anerkennung dienen. Das können neuen Mäntel, oder andere Ausrüstungsgegenstände sein, welche beispielsweise eure Lebensenergie erhöhen. Auch kann man den Goblins neue Rüstungen und Waffen mittels Alchemie herstellen, worüber sie sich überaus freuen. Die Rolle zwischen dem bösen und habgierigen Herrscher und den kleinen Goblins, welche eigentlich durch Zufall auserwählt wurden und von einem Augenblick zum Nächsten eine Armee der Unterwelt darstellen sollen, geht in Army Corps of Hell voll auf. Zwar kann man hier deutliche Parallelen zu dem Spiel Overlord erkennen, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch, zumal die Story – wenn man sie so nennen will – hier wirklich nebensächlich ist. 

 

Die Armee der Hölle

So niedlich und sympathisch die kleinen Goblins auch sein mögen, sie sind lediglich kleine Soldaten und dienen nur einem Zweck: Die Herrschaft der Unterwelt wieder zu erlangen. Zu Beginn sieht eure “Armee” noch ziemlich mickrig aus und auch die Gegner sind nicht wirklich fordernd. Das ändert sich jedoch mit der Zeit. Insgesamt hat man im Spiel drei verschiedene Klassen an Lakaien zur Auswahl: Soldaten, Speerträger und Magier. Abgesehen davon, dass die Anzahl der verfügbaren Lakaien steigt, kann man auch jeder Klasse neue Waffen und Ausrüstung über das Alchemie-Menü besorgen. Wenn neue Waffen oder Rüstungen verfügbar sind, muss man nur noch die vorgegebene Anzahl gewisser Items besorgen. Welche Monster die Items droppen kann man in einer Art Checkliste (Dämonenkompendium) sehen, welche die Monster, die gedroppten Items und Anzahl bisher erledigter Monster der jeweiligen Art, aufzeigt.

Was ziemlich gut gemacht ist in diesem Spiel, ist die Tatsache, dass man die Anzahl der jeweiligen Goblin-Typen vor dem Level bestimmen kann. Hat man beispielsweise ein Armee von insgesamt 100 Lakaien, so kann man sich aussuchen wie viele davon Soldaten, Speerträger oder gar Magier sind. Auch können die einzelnen Waffen und Rüstungen der Truppen gewechselt werden, was gerade dann wichtig ist, wenn Magier eingesetzt werden. Diese verursachen meist elementaren Schaden, welcher sich nach dem Waffen-Element richtet. Befindet man sich nämlich in ein Feuer-Level – das steht übrigens vorher bei der Level-Auswahl – ist es nicht wirklich hilfreich eine Feuerwaffe mitzunehmen, da hier der Schaden nicht allzu groß ist.

 

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Ich liebe meine Soldaten

 Die Level an sich und so auch die Boss-Gegner sind nicht wirklich fordernd, sodass man kaum Lebensenergie verliert. Die Schwierigkeit steigt zwar im Verlauf des Spiels an, lässt einen aber nie wirklich ins Schwitzen kommen. Selbst wenn im Kampf einige Goblins draufgehen – und das eher durch Elektrozäune als aufgrund der Gegner – , kann man diese an einigen Stellen in den Levels aus einem Käfig befreien. Das Coole an diesem Käfig: Man kann quasi willkürlich Lakaien-Typen herbeirufen. Hat man zu Beginn beispielsweise 30 Soldaten in der Armee rekrutiert und merkt im Verlauf des Levels, dass man mehr benötigt, so kann man an diesem Käfig so viele Soldaten ziehen, wie es die maximale Kapazität zulässt; natürlich habt man dann weniger von anderen Typen zur Verfügung. Jedoch muss man für jeden befreiten Goblin auch einen Juwel da lassen, sodass man eventuell nicht so gute Endergebnisse am Ende des Levels erzielt.

Leider werden die meisten Spieler die Soldaten-Klasse bevorzugen. Obgleich sie der erste verfügbare Goblin-Typ sind, werden sie immer zuhauf mit in den Kampf genommen. Im Spiel wirken sie einfach nützlicher, schneller und vor allem einfach zielbringender. Zwar muss man immer einige Magier dabei haben, da einige Gegner in Flammen stehen und nicht direkt attackiert werden können, aber diese sind eher Mangelware in eurer “Armee der Finsternis”.

 

Der Pausenfüller für Zwischendurch

Man muss sich vor dem Kauf eingestehen, was man von Army Corps of Hell erwartet. Will man stundenlang gefesselt auf der Couch sitzen und den eigenen Lidschlag unterdrücken um keine Minute des Spielgeschehens zu verpassen, sollte man sich lieber Abenteuerspiele à la Uncharted: Golden Abyss zulegen. Möchte man stattdessen in der Schule, der Uni, auf dem Weg zur Arbeit, oder gar bei der Arbeit die Pausen ein wenig spaßiger gestalten, so ist man mit Army Corps of Hell wirklich hervorragend bedient. Das Spielgeschehen wird eben schnell eintönig und auch die eher dürfte Auswahl der Lakaien-Typen, sowie die magere Gegnervielfalt tragen hier einen Großteil bei. Selbst die einzelnen Boss-Gegner gestalten sich strategisch nahezu identisch und bringen lediglich in Form verschiedener Gestalten Abwechslung ins Spiel. Hat man das Spiel jedoch für einige Stunden pausiert, erhält man plötzlich das Verlangen sich erneut an die Throneroberung zu wagen. Selbst wenn man im Endeffekt nur lediglich wieder ein Level beendet und die PS Vita danach ausschaltet, erfüllt der Titel vollkommen seinen Zweck. 

 

Fazit

Army Corps of Hell ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Zwar bietet es wenig Abwechslung und eine magere Auswahl an Soldaten-Typen, dafür stehen dem Spieler aber immerhin 40 Level zur Auswahl. Auch die Herstellung neuer Rüstungsgegenstände und Waffen sorgt dafür, dass man auch in bereits abgeschlossene Level auf die Item-Jagd geht. Obwohl die Idee nicht wirklich neu ist, weiß der Titel ein guter Pausenfüller zu sein, welcher zwischendurch auch Unterhält. Leider handelt es sich hierbei nicht um ein Spiel, welches einen stundenlang an die Konsole fesselt, wodurch es viele PS Vita-Besitzer vor dem Kauf abschrecken wird. Wenn man eben das von Anfang an nicht erwartet und die PS Vita wirklich nur für einige Spiele außerhalb der eigenen vier Wände nutzt, dann wird man von Army Corps of Hell sicherlich nicht enttäuscht werden.

 

7/10

       

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