Geschrieben von ocame am 16. Juni 2012 um 14:27 Uhr

„Hangover ist dagegen ein alkoholfreies Bier!“

Wolf von GameOne

35 Millimeter, für Menschen, die in größeren Dimensionen denken, 3,5 cm, muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Eine Zahl, die die Welt verändern kann, ok nur für einen Abend, aber sie hat Potenzial, ohja, das hat sie! Wo hat sie nicht überall die Finger im Spiel. 3,5 cm, das ist ungefähr die Länge eines Joints, wenn ein paar Gehirnzellen verballert grinsend, auf einer saftig grünen Wiese im Gehirn vor sich hinvegetieren. 3,5 cm, das sind die Maße eines Kronkorkens, der mit einem Zischen geknickt durch die Kneipen fliegt. 3,5 Minuten ist die durchschnittliche Zeit, die eine deutsche Ottonormal-Plaudertasche in einer Polizeinotrufzentrale verbringt.

3,5 cm breit ist die Filmrolle, die sich durch deutsche Kinos schlängelt und meinen Hals zuschnürt. Ich japse verzweifelt nach Luft, meine Birne bekommt einen ungesunden Blauton. Vollgepumpt mit Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen, tanzen meine Blutkörperchen Samba. Ekstatisch grooven sie durch meinen Körper. In meinem Gehirn wird ein Rave veranstaltet. Ich bin voll drauf. Die Droge ist legal und hat mich 8€ gekostet. Der Trip dauerte 90 Minuten und er hat bleibende Schäden hinterlassen, Gott sei Dank!


Die Droge nennt sich Project X und macht nach der ersten Minute abhängig. Der Film posiert bereits
seit Anfang Mai auf den Leinwänden. Der Plot ist schnell erklärt. Thomas, der bei einem High-School Rollenspiel das Miniaturbild für die Charakterklasse Nobody zieren würde, hat Geburtstag. Er wird von seinem Kumpel überredet, eine kleine Party steigen zu lassen. Die kleine Party wird zum gigantischen Schmelztiegel der Exzesse. Da glotzt selbst Zeus neidisch von seinem Olymp herunter.


Der Film versucht dem Zuschauer keine Pseudomoral unterzujubeln. Ohne Schminke im Gesicht stellt er sich dem grellen Licht der Aufmerksamkeit. Er pfeift auf die Pfiffe der Anwesenden. Er symbolisiert das Lebensgefühl junger Menschen und legt die Wünsche von Generationen offen, einmal 
vollgepumpt mit synthetischen Glückshormonen bis zum Hals in einem Sumpf aus animalischen Trieben zu stecken. Glücklich nach Luft zu schnappen mit der Erkenntnis, dass man sie in diesem Moment nicht braucht, da man alles hat, was man schon immer wollte. Zu spüren, dass man lebt, schwerelos ohne von Problemen und Sorgen angezogen zu werden.

Das ist für mich Project X. Mein Rat: Schwingt euch mit Kumpels in die Kinosessel oder dunkelt das Heimkino ab. Köpft ein paar Bierflaschen und stürzt euch kopfüber in diesen Film hinein, es lohnt sich!


Was haltet ihr von dem Film? Hängt euch die x-te Lobeshymne bereits aus den Ohren raus oder feiert ihr den Film genauso wie ich?

 

PS: Ganz wichtig: Schaut keinen Trailer an, das wäre eine Todsünde!

Kommentare (19)
  1. Ich habe den Film gesehen und muss sagen das es kein American Pie Party-Film ist es gibt zwar Ähnlichkeiten, wenn man das gröbste überfliegen würde(w. z.b. blanke Frauen Brüste), aber dennoch ist ist der Schwerpunkt komplett anders gelegt. Beide Filme beginnen ähnlich. Es geht hier darum eine Party zu schmeißen und so “Muschis zu knallen” aber bei Projekt X steht die Party im absoluten Fokus, es geht nicht darum wie viele Mädels geknallt werden oder sowas, es geht darum die geilste Party zu schmeißen und jetzt will ich nicht zuviel verraten.
    Ich finde es lohnt sich 90 Minuten für den Film zu investieren(Wieso in allen Amrikanischen Partyfilmen die Mädels blank ziehen weiß ich auch nicht(denk mal wegen der Quote)).