Geschrieben von ocame am 30. September 2012 um 16:19 Uhr

berühren . freiheit . gefühle . reflexion . anstrengung . anders .

erschaffen . verlust . aufopferung . leidenschaft . einsam . sein .

druck .erreichen . arbeit . rebell . punk . grenzen . anti . eingezwänkt .

bestätigung . suche . ich . Glück . Liebe. Fühlen

                                Indie

 


„Ich ging davon aus, man brauche für ein Spiel nur eine Idee, nicht mehr nicht weniger“

Indie ist der grüne Bio-Aufkleber der Spiele-Industrie. Wenn ein Stück Software im Laden mit diesem Prädikat versehen ist, dann war seine Entstehung ökonomisch unbedenklich, es wuchs und reifte im Einklang mit den Entwickler und dem Publisher. Keine Marketing Pestizide vergifteten es. Kein Druck vonseiten des Publisher engte es in seiner Entstehung ein. Allein die Fürsorgliche Liebe des Entwicklers nährte es. Bullshit!

Indie ist eine Lebenseinstellung, nicht mehr nicht weniger. Aber welche Einstellung hat ein Indie Entwickler zu seinem Leben?


„Bleib-am-Wegerand-an-einer-Blume-stehen“ Spiel

James Swirsky und Lisanne Pajot fingen mit ihrer Kamera die Punks der Spiele-Industrie ein. Für ihre Doku „Indie Game – The Movie“ begaben sie sich nicht in abgehalfterte Clubs, sondern in behütete Kinderzimmer. Dort sitzen sie, die Anarchos von heute. Sie lehnen das ab, was der Mainstream verkörpert. Wollen nichts von Marketing Clowns, Zahlen Jongleuren und Release Dompteuren wissen. Sie lieben ihre Unabhängigkeit und zahlen einen hohen Preis dafür.

Einer davon ist Phil Fish. Ein Pixel Architekt, der mit seinem Wolkenkratzer FEZ, den Horizont einiger Spieler erweitert hat. Phil Fish begann 2007 mit den Arbeiten an FEZ. Es ist ein 2D Plattform Jump & Run. Der Clou bei FEZ ist die Möglichkeit in verschiedene Ebenen wechseln zu können. Dadurch ergeben sich komplett neue Blickwinkel auf die Level-Architektur. Wo gerade eben noch eine Sackgasse war, ist jetzt ein Durchgang. Fünf Jahre lang bastelte er an seinem virtuellen Lebenswerk. Vier Mal verwarf er das komplette Spiel und fing wieder bei null an. Sein Partner trennte sich von ihm, sein Vater erkrankte an Leukämie, seine Freundin verlies ihn, aber einer blieb, Gomez. Der kleine Pixelhaufen bestimmte Phils Leben und sollte über seien Zukunft entscheiden. „Wenn ich scheitern sollte, dann begehe ich Selbstmord,“ gab Phil in einem Interview an.

Wir verlassen das kalte Kanada und begeben uns nach Santa Cruz. Hier leben der Designer Edmund McMillen und sein Freund, das Programmier Mastermind, Tommy Refenses. Beide steckten fast zwei Jahre lang ihr gesamtes Herzblut in einen kleinen roten Fleischklumpen, Super Meat Boy. Dieser Aderlass brachte sie an ihre Grenzen. Super Meat Boy ist ein klassisches Jump & Run und wirkt doch frisch. Es erzählt die blutige Liebesgeschichte zwischen Meat Boy und Bandage Girl. Es ist keine lahmarschige Romanze wie bei Mario und Peach. Es ist ein Drama um zwei Charaktere, die ohne den Partner nicht leben können.

Meat Boy wirkt wie eine Symbolisierung der Indie Szene. Keine schützende Hülle umgibt ihn, verletzlich schleppt er sich durch die Level und hinterlässt eine Blutlache nach der anderen. Phil, Edmund, Tommy und tausend anderen geht es genauso. Ein Indie-Entwickler hat keine Absicherung. Wenn das Spiel scheitert, scheitert auch er.

Diesen Zusammenhang erfassen viele nicht oder ignorieren ihn. Für sie sind Indie Entwickler ein paar kreative Knallköpfe, die ihre Ideen in einen Programm-Code umwandeln und dafür am Ende einen Berg Zaster absahnen.

Die Eigenwahrnehmung der entwickler bricht radikal mit dieser Vorstellung. Für sie sind ihre Spiele Interpretationen des eigenen Lebens. Sie wollen ein bestimmtes Gefühl, das sie erlebt haben, anderen vermitteln. Sie pfeifen auf Kritiken, Meta-Scores und Lobeshymnen, sie wollen sich lediglich ausdrücken und verstanden werden. Sie wollen Glück, Liebe und Gefühle transportieren.

Kommentare (6)
  1. Geile Kolumne !!!!!!!!

    Die Entwickler, die Indie Games produzieren haben immer ein gewaltiges Risiko dabei, das stimmt schon. Aber deswegen sind Indie Games auch Indie. Deren Ideen sind meistens sehr gewagt und können leider für nix garantieren. Trotzdem bin ich persönlich froh, dass es Indie Games gibt :)
    Die Sache mit PHIL FISH is schon extrem und deswegen wünsch ich ihm extrem viel Erfolg :D

  2. mal wieder eine sehr gute Kolumne^^
    ich persöhnlich feiere auch die Indiegame Entwickler da sie nur auf sich, bzw. ihr Team, vertrauen und ihr Herz und ihre Seele in diese Spiele stecken und nicht wie diese Mainstream Heinies ein und das selbe spiel immer wieder neu verkaufen unter einem anderem Namen
    Indieentwickler zeigen wie die Gamingwelt damals war: Rein und unverfälscht!
    es ging nur darum den Spieler zu Unterhalten und nicht fett Kohle zu machen
    Solange es Menschen gibt die ihre Träume verwirklichen wollen, wird es auch immer Indiegames geben!

  3. Sorry, aber eine deiner schwächeren Kolumnen! inhaltlich, sowie auch was Grammatik und Orthografie angeht..ich habe mir auch, angeregt durch deinen Text, Gameplay von Super Meat Boy angeschaut, und bei aller Liebe zu Low Budgetgames und Indieproduzenten, wenn das dabei herauskommt, wenn sich ein paar “Masterminds” der Szene 2-3 Jahre im Keller einschließen, dann können die das auch bleiben lassen!
    Ach ja und was diesen Phil Fish angeht, der sollte erstmal zum Psychologen gehen und sich im Oberstübchen alles richten lassen, bevor er weiter an Spielen arbeitet, das könnte sich als gesünder für ihn erweisen!

  4. Rein optisch meiner Meinung nach nicht gelungen, wenn schon solche Ueberschriften fuer einzelne Absätze gewählt werden, dann soll das auch so durchgezogen werden. Soll heissen eine dritte Ueberschrift hätte noch in den zweiten Absatz gepasst.

    Der erste Absatz (nicht diese Wortansammlung) hat mir sehr gut gefallen, der zweite Absatz hat sich eher wie ein Artikel vom Stern oder Fokus gelesen, hat wenig mit einer Kolumne zu tun, die Stellung und kommentieren soll.
    Am Ende hat mir noch der abschliessende Satz gefehlt, es sieht ein bisschen unvollständig aus.

    Tut mir leid sagen zu muessen, aber da wäre viel mehr drin gewesen!

  5. Ja, wirkt irgendwie so, als hätte sich da grade jemand frisch Indie Game: The Movie reingezogen und wurde dadurch, hierzu inspiriert… ich fand den Movie schwach, weil er sich eher mit dem Leben 3er Indie Game Entwickler beschäftigt… und nicht allzu sehr auf Indie Szene einging… irgendwie ist diese Kolumne auch nur eine Wiedergabe dieser Doku in Kurzform… und Jonathan Blow hast du ganz ausgelassen… der ist noch einer der interessantesten Personen in der Indie Szene…. kam auch in der Doku zu kurz…