Das Grauen hat einen Namen - Runde 1 |
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Wir schreiben das Jahr 1996, im stillen Kämmerlein entwickelt ein kleiner Haufen kreativer Köpfe ein Spiel das, so munkelt man, »das Survival-Horror Genre revolutionieren wird«. Spieler aus aller Welt blicken gebannt auf die Mattscheibe, als in den totenstillen Hallen der Spencer-Villa, tief im Raccoon Forest, vielleicht zum ersten Mal ein digitaler Untoter das Antlitz dieser Erde erblickt. Kraftvoll verteilt auf 11, höchstens 12 Pixel, lehrte er uns das Fürchten und war vermutlich verantwortlich für viele verschwitze Playstation-Controller. Während unsere Generation sich also vor der Konsole nass machte, wurde eine Legende geboren. Heute, solide 16 Jahre später, hat sich viel verändert. »Ist alles den Bach runter gegangen«, schimpfen böse Zungen und schütteln dabei traurig den Kopf. »Sah nie besser aus«, behaupten pubertäre Fans, während sie die drei Sekunden Pause nutzen, um das Magazin ihrer automatischen Waffe auszutauschen. Munitionsknappheit, WTF? Der unaufmerksame Leser wird sich spätestens jetzt ärgern: »Kann der Typ mal sagen, von welchem Spiel er überhaupt spricht?« Könnte der Typ, macht er aber nicht. Denn wenn du, hoch verehrter Leser, Teil 6 tatsächlich gespielt haben solltest, den Zusammenhang aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht selbst hergestellt hast, ist genau dass, sehr kennzeichnend für das Problem. Doch dazu später mehr. »5,4 Millionen vorbestellte Exemplare von Teil 6«, erklärt Capcom und haut beleidigt auf den Tisch. Ein Exemplar davon ist übrigens meines, gebe ich gerne zu. Ich bin halt ein Fan, was soll ich sagen. Voller Vorfreude ausgepackt und eingeworfen. Habe vorher extra keine Kritiken gelesen, wollte unbefangen sein, unvoreingenommen. Und Alter Schwede, gibt das Spiel Gas. Wir schleichen durch ein verlassenes Universitätsgebäude. Soll hier nicht erst vor kurzem eine Riesenfeier stattgefunden haben? Ja wo sind sie denn alle? Fragen wir uns und tun so als ob wir die Antwort nicht kennen würden. Alles liegt im Halbdunkeln, ein Gewitter draußen bietet das einzige Licht. Regen trommelt gegen die Fenster. Wir warten gespannt auf eine Bewegung. Warten und warten und warten. Was war das? Eine Bewegung? Ein Schatten bewegt sich, schnelle Schritte die in der Ferne verhallen. Wir nehmen die Verfolgung auf. Ganz ehrlich? Hut ab, atmosphärisch bewegen wir uns hier auf ganz hohem Niveau. Bei uns bricht Euphorie aus. Wir sind auf Beef aus, wir wollen Blut sehen. Langsam und konzentriert kämpfen wir uns über das, welch Überraschung, nicht ganz so leere Universitätsgelände. In einer Kritik habe ich gelesen »Zombie-Geschnetzeltes für die Call Of Duty Generation«. Das ist leider die treffendste Kritik, komprimiert auf 8 Worte. Nur damit wir uns richtig verstehen, liebe Call Of Duty Generation, das mag euch nicht auffallen aber das ist kein Kompliment. Kennt ihr diese Momente, in denen man so richtig angepisst ist wegen einem Videospiel? Klar, natürlich ist das Spiel Schuld. Oder die Konsole. Oder der Controller. Bei mir klingen solche Momente etwa so: »Hä, was für ne Scheiße, das habe ich überhaupt nicht gedrückt«, »Was willst du von mir, ich gehe doch dahin«, »Ja klar, zum zehnten Mal oder was«, oder der Klassiker: »Was ist das, habe ich doch gemacht«. Kennt ihr? Gefühlt, bin ich weniger sauer und angepisst, als viel mehr traurig und wirklich enttäuscht. Kein Witz, enttäuscht, dass wir anscheinend in einer Zeit angekommen sind, in der man uns so etwas anbieten kann. Traurig deshalb, weil anscheinend der Anspruch sowohl von Entwicklern, wie auch von Kunden soweit gesunken ist, dass Capcom hier tatsächlich noch von einem Erfolg spricht. Ist jetzt nichts Neues. Wieder einmal geht die Kreativität baden um das Produkt massentauglich zu gestalten. Vom einst so innovativen Spielprinzip ist nicht mehr viel übrig. Wir sind durch Flure gehetzt, vor den absurdesten Gestalten geflüchtet und wir haben Kämpfe gegen die abgefahrensten Mutationen hinter uns. Wir sind Gegnern gegenüber getreten mit nicht mal 20 Schuss auf Tasche und wir haben uns, weil unsere Artillerie völlig ausgebrannt war, nur mit einem Messer bewaffnet durch Horden von Untoten geschnitzelt. Und während also an jeder Scheißecke der Tod lauerte, gab es nur wenige Momente in denen wir uns richtig entspannt haben. Wer sich mal an die gute alte Zeit erinnern möchte. Und nur weil wir mitten in der Call Of Duty Generation leben, heißt das ja hoffentlich nicht, dass wir zukünftig unsere Ansprüche völlig runterschrauben müssen, oder? Runde 2 folgt...
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| Aktualisiert ( Samstag, den 10. November 2012 um 22:54 Uhr ) |











29 Kommentar(e)
Samstag, 10. November 2012, 22:15
Sonntag, 11. November 2012, 00:07
Ich habe leider [ Spieletitel einfügen ] nicht gespielt, weil ich noch nie den Draht dazu gefunden habe. Ich spiel lieber RPG und Monster Hunter. Vor allem Monster Hunter :D Es gibt nur wenige Titel-Reihen, die nicht zu irgendwelchem Action-Gedöns verkommen. Ich hätte keine Lust, in Monster Hunter auf einmal mit Schusswaffen rumzurennen. :P
Soviel von meiner Seite.
Lieber Gruß an alle.
Hadru
Sonntag, 11. November 2012, 00:41
Samstag, 10. November 2012, 22:20
Traurig aber wahr
Samstag, 10. November 2012, 23:25
Sonntag, 11. November 2012, 17:59
Sonntag, 11. November 2012, 00:12
Sonntag, 11. November 2012, 00:45
von schöne, innovative, Spiele mit Herz zu CoD Generation die mittlerweile nicht mal mehr Pong kennt weil die Grafik zu schlecht ist und keine Waffen in dem Spiel existieren
traurig traurig...
Sonntag, 11. November 2012, 09:52
Sonntag, 11. November 2012, 10:25
Die ganzen Indie-Studios wollen mit ihren Spielen genau die alten Hasen erreichen, die über die CoD-Generation nur ein Kopfschütteln übrig haben. Erreichen tun sie diese auch, nur leider ist die CoD-Fraktion in der Überzahl und es werden leider auch nicht weniger ~.~. Daher werden gerade für spezielle (Nischen-)Genres die Indie-Studios lebensnotwendig sein, denn der Massenmarkt wird sich nur der größten Spielergruppe anbiedern und das ist derzeit (mal die reinen "Casual"-Spieler ausgenommen) nunmal die Generation "CoD".
Traurig aber wahr, wo das Geld regiert (oder Entscheidungen trifft), bleibt die Vernunft (und/oder die Kreativität) auf der Strecke.
Sonntag, 11. November 2012, 10:23
Sonntag, 11. November 2012, 11:47
Sonntag, 11. November 2012, 17:10
Sonntag, 11. November 2012, 17:58
Und Dreistellige Munitonsanzeigen in Dead Space lassen leider wenig hoffen =/
Montag, 12. November 2012, 08:55
Montag, 12. November 2012, 11:01
Auf jeden Fall sehr schön zu lesen. Vielen Dank für den tollen Artikel.
Montag, 12. November 2012, 12:46
Versteht mich net falsch, CoD zocke ich seid MW2 net mehr weils ab da schon Grenzwertig war. Aber direkt die ganze Serie in den Dreck zu ziehen halte ich doch für lächerlich, gerade wenn man für die "älteren" Spiele Begeisterung zeigt.
Montag, 12. November 2012, 16:13
Montag, 12. November 2012, 16:22
Montag, 12. November 2012, 18:49
@Wanze: Wie sich Shooter in den letzten Jahren entwickelt haben geht mir selbst gut auf den Sack^^. Das Problem ist halt, es wird gekauft und nicht nur von Kiddies. Kenne genug Leute jenseits der 20 die gerne CoD spielen. Resi 6 hab ich auch gezockt ganze 8 std lang dann hat ich genug davon^^. Finds halt immer Schade wenn man solche Begriffe wie "CoD Generation" verwendet. Sind für mich halt mehr Stammtischparolen. Es gibt sehr viele Gründe warum heutzutage Shooter oder generell Spiele immer mehr Mainstream werden und sich nur noch im Titel unterscheiden. Aber davon wird in der Kolumme nix genannt.
Wer sich allgemein für die Entwicklung von Shooter im speziellen interessiert sollte sich mal dieses Video anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=VaTGGb2AtMg
Montag, 12. November 2012, 20:38
Montag, 12. November 2012, 21:13
Montag, 12. November 2012, 22:13
Montag, 12. November 2012, 17:42
ABER!...ich kenne Resident Evil seit dem ersten Teil...und ich hab alle gespielt...und ja...es fehlt echt der Horror, das beklemmende Gefühl, die Munitionsknappheit, die Rätsel und das Ungewisse...die Angst dass jeder Schritt dein letzter sein könnte. Ich würde in der heutigen Zeit auch nicht unbedingt wollen das Resident Evil wieder genau so wird wie die ersten Teile (Kameraperspektive usw.) aber es soll ne gute Kombination aus Horror, Rätsel und Action haben. Der erste Teil von Dead Space hat es doch auch geschafft dass ich mich nach jahren wieder eingepieselt hab^^...mal ehrlich, wer da nicht mal zamm zuckt muss ja scho selber tot sein....da hatte ich Muffe und fühlte mich keinen Augenblick lang wirklich sicher....dass könnte doch auch Resident Evil hin bekommen. Ein paar Horrorstellen mehr, viel weniger Munition und Resident Evil 6 wäre super geworden....meine Meinung^^
Montag, 12. November 2012, 18:33
Dienstag, 13. November 2012, 13:12
mann sollte auch mal bedenken,das früher auch nicht die technischen möglichkeiten gegeben waren wie heute und so waren 2-3 langsam schlürfende zombies schon ein highlight,aber wer will bitte heutzutage noch solche sachen spielen?? und der horror,den hier alle vermissen bestand auch nur im ersten durchgang und danach war RE nichts weiteres als ne shooter. munitionstechnisch waren die ersten teile auch nicht anderes als die spiele nun,okay mann hatte im ersten durchgang vielleicht munitionsknappheit,aber danach hatte ich zumindestens nie probleme die monster platt zu machen.. und das sollte mann dann den neuesten teil auch nicht als kritik ankreiden..
habe den 6ten teil noch nicht komplett durch,aber was ich bisher gesehen habe,hat mir gefallen und mann erkennt immer noch,das mann hier RE spielt und nicht COD...
btw.. mal wieder eine sehr pseudo coole kolumne..
Dienstag, 13. November 2012, 19:58
Und zu deinen technischen Möglichkeiten, Dead Space (Teil 1!!!) hat das doch auch hervorragend gemacht. Es geht also, wenn man will...
Mittwoch, 14. November 2012, 22:32
nebenbei.. wenn mann sich mal die story anschaut "virenunfall-zombieausbruch usw" dann is wohl verständlich,das ne firma wie umbrella nunmal den weg geht,den sie gegangen sind und das spiel nunmal actionreicher wird..
Mittwoch, 14. November 2012, 13:29
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